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Dutch Oven – auf diese Dinge sollte man achten

Der Dutchoven entwickelt sich langsam aber sicher zum neuen Trend im Grillsport und daher möchte ich Euch eine kurze Zusammenfassung liefern, auf was ihr beim Kauf achten müsst und was man sonst so über einen Dutch Oven wissen sollte. Anfangen möchte ich bei der Geschichte und Enden wird mein kleiner Bericht mit ein paar Kaufempfehlungen zum Thema Dutchoven, denn wie man sich schon denken kann, gibt es auch hier ein paar Hersteller, bei denen man fast ohne Bedenken einfach zugreifen kann.

Was ist eigentlich ein Dutchoven?
Ein Dutchoven ist im Prinzip nichts ANDERES als ein massiver Topf mit Deckel aus Gusseisen in dem man Speisen zubereiten kann! Klingt jetzt etwas banal – trifft den Nagel aber wohl direkt auf dem Kopf! Das besondere beim Dutchoven ist wohl die Art und Weise wie der Topf erhitzt wird! Ursprünglich wurde ein Dutchoven früher einfach in die Glut des abgebrannten Feuers gestellt und darin gekocht! Heutzutage hat man nicht so oft ein Lagerfeuer zur Verfügung und daher legt der Grillmeister der Neuzeit einfach ein paar Briketts unter den Topf und auf den Deckel, damit die Hitze sich im Kochtopf gut verteilen kann. Genau aus diesem Grund sind heutige Dutchoven für diesen Zweck optimiert und besitzen im Normalfall Füße am Boden, damit sich die glühenden Kohlen gut darunter legen lassen und oben am Deckel einen kleinen Rand, damit die Kohlen auch oben an Ort und Stelle bleiben! Wer sich nun frägt – und warum benötigt man dazu einen Rand – dem sei gesagt – auch in einem Dutchoven muss man gelegentlich hinein sehen und dank des Randes muss dafür nicht jedes Mal die Kohle vom Deckel entfernt werden, sondern kann der Deckel inklusive der Kohlen angehoben werden ohne Angst haben zu müssen, dass die eine oder andere Kohle in das Essen purzelt!
Woher kommt der Dutch Oven?
Der Name klingt für uns Deutsche schon sehr nach den Niederlanden und glaubt man der Legende stammt der Dutchoven auch aus diesem Land, bzw. zumindest die Fertigungstechnik. Tja und da man einen Namen für die neue Art von Töpfen suchte benannte man diese einfach nach dem Ursprungsland.
Dutch bedeutet Niederlande
Oven beduetet Ofen
D.h. es ist ein niederländischer Ofen / Topf

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Welche Größe benötigt man?
Diese Frage wird sich wohl jeder stellen, der über die Anschaffung eines Dutchovens nach denkt! Im Prinzip ist die Frage jedoch nicht wirklich einfach zu beantworten, denn es kommt natürlich darauf an, was man machen möchte!

Grundsätzlich gibt es die Dutchoven in unterschiedliche Durchmesser, welche im Normalfall in Zoll angegeben sind. Das Problem dabei ist, dieser Wert ist kein wirklicher Anhaltspunkt für die Größe, da die Höhen variieren können.

Alternativ dazu liest man bei den Dutchoven die Bezeichnung QT, welcher eine Eingruppierung möglich macht.

Denn QT bedeutet Quarte und ist eine amerikanische Größeneinheit, welche in etwa 1 Liter entspricht.

Die genaue Umrechnung bei Flüssigkeiten ist:
1 Quarte = 0,946 Liter

Und mit Liter kann man als Deutscher schon etwas anfangen!

Die kleinsten Töpfe beginnen bei ca. 2 Liter und eignen sich im Prinzip nur Beilagen oder Saucen – bzw. vielleicht für ein Gericht für eine bis zwei Personen. Hier rechnet sich aber oft der Aufwand nicht so wirklich.

Die nächste Größe sollte sich um die 4 Liter bewegen und darin kann man schon recht gut kleine Gerichte zaubern. Die Größe ist wohl optimal für 2 bis 3 Personen, wenn man ein Fleischgericht darin zubereiten möchte. Bei Eintopf oder ähnlichen Gerichten kann man mit 4 Litern auch mal schnell und gut 4 bis 6 Leute satt bringen.

Wer hätte es gedacht die nächste Größe bietet wieder 2 Liter mehr Platzangebot! Dies ist wohl die beliebteste Einstiegsgröße, da diese sehr universal verwendet werden kann. Nicht zu klein – nicht zu groß – genau richtig für den nächsten Grillabend! Die 6 Liter Variante wäre meine Empfehlung für den Einstieg.

Wir legen nochmals 2 Liter drauf und landen bei den 8 Litern! Hier bringt ihr je nach Höhe schon ein ganzes Geflügel in den Topf! Auch größere Braten oder ganze Schinken sind hier kein Problem!

Das ganze geht dann mit 10 Liter und mit 12 Liter weiter, wobei diese Größen wohl eher der Massenverköstigung dienen! Denn damit bringt man mal auch ganu schnell 30 bis 40 Leute satt.

 

Dutch Oven Cooking
Was sollte man beim Kauf beachten?
Fangen wir unten an!

Die Füße!
Achtet darauf, dass der Dutch Oven Füße besitzt – sonst wäre es ein Indoor-Dutch-Oven und wenn er welche hat, dass der Abstand zum Boden eine ausreichende Höhe zum Boden besitzt, damit sich darunter gut die Kohlen anbringen lassen.

Der Topf selbst!
Massiv und schwer sollte er sein! Der besagte 6QT Dutchoven bringt schon mal locker zwischen 8 und 10 Kilo auf die Waage! Ein nettes Ad-On ist es, wenn der Topf / Deckel eine Öffnung besitzt über die man ein Thermometer in das Innere führen kann. Gerade bei Low-and-Slow Gerichten ist solch ein Durchgang „Gold“ wert.

Der Henkel!
Dies ist ein Punkt, welcher oft vergessen wird! Die DOs besitzten oft Henkel an denen man diese transportieren kann! Hebt den Dutch einfach einmal am Henkel an und checkt ob der Topf auch gerade am Henkel hängt! Gerade bei Low Cost Varianten ist dies oft nicht der Fall und man verschüttet im ungünstigsten Fall, einen Teil des leckeren Essens!

Der Deckel!
Passen muss er! Denn nur wenn der Topf den richtigen Deckel gefunden hat, funktioniert der Dutchoven auch so wie er soll. Denn der Dutchoven arbeitet unter bestimmten Umständen wie eine Art von Dampfdruck-Kochtopf und dies funktioniert nur, wenn Topf und Deckel sauber abschliesen! Zudem ist es ganz praktisch, wenn der Deckel noch folgende weitere Feartures aufweist!

Deckel besitzt Füße!
Ja, auch ein Deckel kann Füße besitzen! Dies hat den großen Vorteil, dass der Deckel auch alleine als Kochplatte betrieben werden kann. Dafür sollte jedoch auch der nächste Punkt erfüllt sein!

Der Deckel sollte eben sein und einen Rand besitzen!
Eine gerade Fläche im Deckel ist von Vorteil und einem gebogenen Deckel vor zu ziehen. Je höher der Rand auf der „Kochseite“ ist, desto flexibler kann dieser eingesetzt werden!

Der Griff am Deckel!
Der Griff sollte unbedingt zum Deckelheber passen! Setzt den Deckelheber vor dem Kauf am Deckel an und prüft wie sauber die Verbindung ist. Im besten Fall sollte hier kein Spiel sein. Sonst wird das Deckel abheben zum Balance-Akt.

Der Deckelheber!
Dieser sollte lange genug sein um eine möglichst geringe Wärmeübertragung zu gewährleisten. Alternativ kann auch ein Deckelheber mit zusätzlicher Isolierung zum Einsatz kommen.

Yo, das wären dann auch schon die wichtigsten Punkte gewesen, welche es beim Kauf zu beachten gibt.

dutch oven
Die erste Inbetriebnahme
Normalerweise liefern die bekannten Hersteller die Dutchoven schon feritg eingebrannt aus! D.h. ihr könnt im Prinzip direkt los legen! Ich empfehle Euch jedoch den Dutchoven erst einmal richtig kräftig zu erhitzen, bevor ihr darin Eure Speisen zubereitet!

Das Einbrennen eines Dutchovens!
Sollte der gekaufte DO noch nicht vom Hersteller präpariert sein oder ihr die Patina (natürliche Schutzschickt des Topfes) beschädigt haben, muss dieser eingebrannt werden!

Dafür werft ihr am besten Euren Grill an und bringt diesen auf Grilltemperatur! Dann pinselt ihr den Dutch Oven mit Erdnussöl ein und legt diesen auf den Rost, bist die „schwarze“ Schutzschicht entsteht. Danach lasst ihr den Topf abkühlen und wiederholt den Vorgang noch ein bis zweimal!

Ist dies erledigt, könnt ihr den Dutch nochmals leicht mit etwas Küchenpapier einölen und mit dem Kochvorgang beginnen oder diesen einlagern!

Warum brennt man Gußeisen ein?
Das Einbrennen bewirkt zwei Dinge!
Punkt 1 ist der Topf dadurch gegen Rosten geschützt!
Punkt 2 bildet die dadurch entstandende Patina eine Antihaftbeschichtung.

Achtet bitte darauf keine extrem säurehaltigen Speisen in einem frisch eingebrannten Topf zu zubereiten! Denn sonst könnt ihr das Einbrennen direkt nach dem Kochvorgang nochmals wiederholen!

Wie regelt man die Temperatur am Dutchoven?
Dies verhält sich wohl wie mit einem neuen Grill! Die Erfahrung bekommt man beim Kochen mit einem Dutchoven! Zwar gibt es eine Faustformel, aber diese kann nur als Anhaltspunkt gesehen werden!
Diese sagt aus, man nehme den Durchmesser in Zoll und verdopple diesen Wert! Diese Zahl ergibt dann die Menge der benötigten Briketts!
Beispiel: 10 Zoll Dutchoven –> 20 Briketts!
Dies soll eine Temperatur von ca. 170 bis 180 Grad an einem normalen Sommertag ohne viel Wind ergeben!

Doch wie verteilt man nun diese Briketts?
Das kommt jetzt wieder darauf an, wie man kochen möchte!

Soll ein Gericht zum kochen gebracht werden, gibt man 2/3 der gerade bestimmten Menge unter den Topf und die restlichen 1/3 auf den Deckel!

Möchte man etwas Backen, bzw. Überbacken, dreht man das Verhältnis einfach um. D.h. 2/3 der Briketts auf den Deckel und 1/3 unter dem Kochtopf!

Möchte man etwas braten, so wählt von eine 50 zu 50 Verteilung der Kohlen!

TIPP!
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der dreht seinen Deckel alle 10 bis 15 Minuten um ca. 90 Grad und erreicht dadurch eine gleichmäßigere Wärmeverteilung.
Ihr habt fertig gekocht und fragt Euch nun, wie man einen Dutchoven reinigt und pflegt?

Essen entfernen! 😉
Benutzt dazu bitte keine Dinge (z.B. Spülmittel), welche die Patina beschädigen! Im Normalfall sollte ein einfacher Holzschaber dafür ausreichen! Ist etwas eingebrannt, so weicht dieses Essen einfach mit etwas Wasser auf! Achtet bitte darauf kein kaltes Wasser in einem heißen Topf zu geben!

Danach einfach den Topf trocken wischen und mit Hilfe von ein paar Tropfen Öl auf einem Kückentuch den Topf für den nächsten Einsatz vorbereiten!

Wie und wo sollte man einen Dutch-Oven aufbewahren?
Entweder ihr nehmt den Deckel ganz vom Deckel ab oder ihr achtet darauf dass der Deckel nicht geschlossen am Dutchoven aufliegt! Die Luft am DO sollte zirkulieren können, da ihr ansonsten das Risiko eingeht, dass das Öl ranzig wird! Und sollte dies der Fall sein, habt ihr richtig Arbeit! Denn dann müsst ihr den Topf sauber machen und erneut einbrennen!

Welchen Dutchoven kaufen?
Im Prinzip könnt ihr Euch jeden Hersteller kaufen, wenn ihr die oben genannten Tests durchführt und die Dinge beachtet, welche ich Euch gesagt habe.

Ihr könnt jedoch auch auf Nummer sicher gehen und eine Marke kaufen, welche bekannt für ihre Qualität ist.

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So, nun liegt es bei Euch – ob ihr Euch einen Dutch Oven anschaffen wollt oder eben nicht! Mit dieser kleinen FAQ sollte jetzt jedenfalls nicht mehr falsch laufen! Solltet ihr Euch für einen DO entscheiden – achtet wirlich auf einen tollen Deckel! Denn dieser bietet einen wirklichen Mehrwert als Gußpfanne für Gemüse, Burger oder Speck!

Viel Spaß beim Kochen!

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3 Kommentare

  1. Guter Artikel, aber bei den Füßen muss ich widersprechen. Ich habe mir bewusst einen ohne Füße gekauft. Mit Füßen kann man nur draußen mit Kohlen kochen. Wenn er keine Füße hat kann man ihn auf dem Herd und auch mit Kohle verwenden. Zu einem Dutch Oven ohne Füße gehört ein kleines Gestell das die Füße ersetzt.

  2. Hallo Thorsten – das ist natürlich ein Argument! Wobei ich ganz ehrlich sagen muss – mein kleiner Weber Dutch Oven besitzt auch keine Füße, da er für das GBS Sytstem von Weber ist – hatte den Dutch aber noch nie im normalen Ofen oder am Herd stehen. Von da her ist dieser Anwendungszweck für mich nicht so wichtig. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Nutzer gibt, welchen einen DO ähnlich verwenden wollen, wie Du es beschreibst. Dann ist die Lösung über ein Gestell natürlich die bessere Variante.

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