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Was ist Holzkohle? (fürs grillen)

Ob im Garten, auf dem Balkon, bei Sonnenschein oder gar in den Wintermonaten, gegrillt wird gern und überall.
Der Sommer ist sicher die beliebteste Jahreszeit und das Grillvergnügen ein kulinarischer Höhepunkt.
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, und so sind die Auffassungen über geeignetes Grillmaterial recht unterschiedlich.
Das beliebteste, wohl meist gewählte Produkt ist die Holzkohle und somit Hauptbestandteil des Grillens. Gern und selbstverständlich greift man auf die vielen Angebote zurück.

Warum Holzkohle? Was ist das Besondere daran?

Der primäre Rohstoff zur Holzkohlegewinnung ist Holz. Holzkohle basiert auf einer natürlichen stofflichen Zusammensetzung aus Bäumen und Pflanzen und ist ein durch Menschenhand geschaffenes Produkt.
Feuer zählt seit Urzeiten zu dem wichtigsten Werkzeug der Menschen. Es war ein Bedürfnis der Urgesellschaft Holz als Rohstoff zu einem effektiven Brennstoff zu fertigen. Nahrung musste zubereitet werden. Zudem sollte sie auch haltbar und genießbar sein. Beim Feuern mit Holz kamen die Menschen zur Erkenntnis, dass ein unter Luftmangel geführtes Feuer am ehesten Holzkohle schuf.
Im weiteren Zeitverlauf entwickelten sich die Köhler und nahmen sich der Herstellung von Holzkohle an.

Herstellungsverfahren damals und heute

Die Kunst der Holzverkohlung von damals kann man durchaus als Kulturgut ansehen. Leider ist das Köhlerhandwerk ein aussterbendes Gewerbe.
Das Holz wurde gestapelt, mit Erde oder Grasplatten abgedeckt. Mittig gab man Glut dazu. Um eine lange Luftzufuhr zu gewährleisten, gab es Öffnungen am Boden, die solange geöffnet blieben, bis eine ausreichende Hitzeentwicklung in Gang gekommen ist. Danach wurden die Luftkanäle verschlossen und nur noch die Schwelgase nach oben abgeführt.
Mehrere Tage dauerte dieser Prozess und stand unter ständiger Beobachtung.
Die Herstellung von Holzkohle hatte bis in das 19.Jahrhundert eine große industrielle Bedeutung und galt als eine der wichtigsten Holznutzungen. Die entstandene Kohle wurde vor allem für die Eisenverhüttung, Glasherstellung und Verarbeitung von Edelmetallen verwendet.
An Bedeutung verlor sie, als man die Steinkohle entdeckte.
Heute dient die Holzkohle im Industrieverfahren vorwiegend der privaten Nutzung, wie dem Grillen.
Durch die industrielle Fertigung erzielt man beste und feinste Holzkohle.
Die Meilerkohle, hergestellt durch Köhlerhand, konnte aufgrund ihrer natürlichen Herstellung nicht entsprechend genormt und mit konstanter Qualität produziert werden, wie es das Industrieverfahren bietet.

Bestandteile und wichtige Merkmale der Holzkohle

Der hauptsächliche Bestandteil der Holzkohle ist Cellulose mit 40-50%. Der Rest setzt sich zusammen aus:
– Hermicellulose (Pentosane)
– Holzstoff (Lignin)
– Harzstoffe (Harzsäure, Harzseifen)
– Terpene (Terpentinöl)
– Tallöl
– Mineralien

Die wichtigsten Merkmale eine guten Holzkohle:
– schwarz, glänzend, meist mit blaustichigen Flächen
– schwer zerbrechlich
– Beim Aufschlagen auf einen harten Gegenstand entsteht ein heller Metallklang.
– Geruch und Geschmack haften nicht an
– Rauchfreies Abbrennen der Flamme
– Leichte Entzündbarkeit
Außerdem ist sie energiereich, schadstofffrei und zum gesunden Grillen bestens geeignet.

Worauf muss man beim Kauf von Holzkohle achten?

Leider ist Holzkohle nicht immer gleich Holzkohle. Hier gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede und beim Kauf einiges zu beachten.
Angeboten werden zwei Arten der Holzkohle. Zum einen die stückigen und zum anderen die gepressten Holzkohlekissen (Briketts).
Die in Stückchen gehaltene Kohle hat den Vorteil, sich um einiges leichter zu entzünden, allerdings verglüht sie auch schneller. So ist sie eher für Kurzgebratenes oder zum schnellen Grillen geeignet.
Die gepresste Holzkohle ist gemahlen und wird zusätzlich mit Bindemitteln wie Kartoffelstärke und Mais feucht gepresst und anschließend getrocknet. Sie benötigt zwar mehr Zeit nach dem Entflammen, um richtig zu glühen, hält aber die Hitze um einiges länger.
Brennleistungen von Holzkohlen sind durch die Europäische Norm DIN EN 1860-2 fixiert und gesichert.
Das schließt ebenfalls mit ein, dass kein Holz verwendet werden darf, was mit Holzschutzmitteln oder anderen Stoffen vorweg behandelt worden ist.

Sack-Holzkohle

 

Kann man einen Unterschied erkennen, wenn die Holzkohle nicht genormt ist?

Die Bedenken, dass die im Verkauf angebotene Holzkohle womöglich aus lackierten Möbelresten besteht, sind eher unbegründet. Denn sämtliche Holzsorten sind geprüft auf Bindemittel und Schwermetalle und erhalten das DIN-Zeichen. Es handelt sich dann immer um Reinsorten.
Man muss nur darauf achten, dass die gekaufte Holzkohle entsprechend gekennzeichnet ist.
Fehlt diese Kennzeichnung, kann es tatsächlich vorkommen, dass sich Altholz in der Kohle verbirgt oder andere unzulässige Stoffe.
Es gibt auch Hersteller, die als Ausgangsmaterial Hölzer aus dem tropischen oder subtropischen Klima verwenden. Das ist unzulässig, denn das Holz wird illegal gerodet und hat lange Transportwege hinter sich.
Von solchen Angeboten muss man Abstand nehmen.
Ein gutes Erkennungsmerkmal für einen hohen Reinheitsgrad ist die Asche. Ist sie richtig weiß, kann man sicher sein, dass es sehr gute Grillkohle war. Finden sich aber noch schwarze Anteile, ist das ein Zeichen dafür, dass die Kohle nicht richtig karbonisiert wurde.
Wird beim Grillen starker Qualm erzeugt, lässt dies ebenfalls auf mangelnde Qualität schließen.

Welche Hölzer sind am besten geeignet?

Grundsätzlich gilt, alle heimischen Hölzer sind geeignet!
Harthölzer erzielen den höheren Brennwert, wie Eiche, Buche oder Birke.
Weichhölzer, wie Fichte, Tanne oder Lärche, verbrennen viel zu schnell und erzeugen zudem noch viel Rauch.
Buchenholz ist vermutlich der Favorit, denn mit diesem Holz als Bestandteil entwickelt sich ein tolles Aroma.
Und wenn die Holzkohle alle Kriterien erfüllt, richtig auf Temperatur gebracht ist, das Grillgut in wenigen Minuten gar ist, steht einem gesunden Grillvergnügen mit Genuss nichts mehr im Weg.

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