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Unterschied zwischen Biltong und Beef Jerky kurz erklärt

Gestern war ein Bekannter bei mir, der eine Tüte voll selbstgemachten Beef Jerky bei sich hatte. Ich habe den Snack probiert und wusste mit dem Thema der Herstellung muss ich mich etwas genauer beschäftigen. Gesagt getan und wo stolpere ich natürlich gleich am Anfang drüber – über die Namensgebung. Denn in einigen Rezepten wurde der Beef-Jerky auch Biltong genannt – was mich etwas nachdenklich gemacht hat. Daher habe ich mich auf die Suche gemacht um den Unterschied zwischen Beef Jerky und Biltong heraus zu finden. Das Ergebnis möchte ich Euch nun in einer kurzen Zusammenfassung präsentieren.

Ursprungsland:

Die beiden Dörrfleischvarianten haben ihren Ursprung in unterschiedlichen Ländern. Das Trockenfleisch Biltong ist eine Spezialität der südafrikanischen und namibischen Küche. Das getrocknete Beef Jerky stammt dagegen aus den USA und dessen Erfindung wird den Indianern nach gesagt. Wobei das ursprüngliche „Rezept“ Pemmikan durch die frühen europäischen Siedler aufgegriffen wurde und daraus das Jerky entstand. Was dabei verändert wurde könnt ihr gleich unter der „Herstellung“ weiter lesen.

Herstellung:

Das gerade angesprochene Pemmikan war ursprünglich nur eine Art von in Streifen / Scheiben geschnittenes luftgetrockneten Fleisch. Das war wohl den Siedlern eine Spur zu langweilig und sie legten das Fleisch für ca. einen Tag in Marinade, Salz und Würzsaucen ein und ließen es trocknen. Dabei wurde der Trocknungsvorgang ebenfalls optimiert und anstatt der Luft-Trocknung wurde das Fleisch bei 50 bis 60 Grad auf Rosten in 5 bis 8 Stunden getrocknet. Daraus entstand dann das jetzt bekannte Beef Jerky welches primär aus Rind hergestellt wird. Auch das Biltong wird häufig aus Rindfleisch zubereitet, jedoch gibt es auch Varianten aus Fleisch von nationalen Tieren wie z.B. dem Strauß, Kodu, Gemsbock und anderen Wildtieren wie z.B. dem Zebra. Der größte Unterschied zum Jerky Beef ist jedoch die verwendete Würzmischung, denn hier wird auf Tradition gesetzt. Die Bilton Würzmischung besteht im Gegensatz zu den z.T. mit Geschmacksverstärkern und Konservierungsstoffen versetzten Marinaden aus einer Handvoll von Gewürzen (brauner Zucker, Salpeter, Koriander, Pfeffer) die mit etwas Essig auf das Fleisch aufgebracht wird. Nach etwa 6 bis 8 Stunden werden die in Sticks geschnittenen Fleischstücke zum Trocken für eine bis zwei Wochen aufgehängt. In Gegenden mit zu wenig trockener Luft, kommt auch die Biltong Box zum Einsatz, welche zusätzlich noch etwas beheizt wird.

 

Visuelle Unterschiede:

So sieht im Normalfall Beef Jerky Fleisch aus:

Beef-Jerky-Fleisch

 

Biltong Fleisch hat dagegen eine gröbere Konsistenz:

Biltong-Fleisch

[Bildquelle: Wikipedia]

 

Fazit zu den Unterschieden von Biltong und Beef Jerky:

Grundsätzlich entstammen beide Varianten aus der gleichen Grundidee, die Ausführung und auch der dabei entstehende Geschmack unterscheidet sich jedoch. Das Biltong Dörrfleisch ist …wie soll ich es sagen „mehr Natur“. Das Beef Jerky dagegen ist zum Teil geschmackvoller, wurde jedoch auch mit mehr Zusätzen behandelt.

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2 Kommentare

  1. Japp, ich höre auch oft, dass Biltong und Beef Jerky in denselben Topf geworfen werden. Jedoch ist der Geschmackt deutlich unterschiedlich. Ich denke es liegt vor allem an dem Essig, der beim Beef Jerky soweit ich weiß nicht benutzt wird und an den Tierarten.

    In Südafrika gibt es Biltong an jeder Ecke, in Kiosks und Supermärken. Das Angebot hattest Du ja auch schon schön beschrieben, es werden neben Rindfleisch auch noch viele andere Tierarten zu Biltong verarbeitet. Die Gewürzmischungen sind eigentlich immer mit Koriander, was hervorragend passt. Es gibt aber auch andere Geschmacksrichtungen, Chili oder ähnliches, so wie man es eben mag. In Deutschland ist es leider eher schwer zu bekommen…

  2. Nunja, auch beim Beef Jerky wird Essig als Würzmittel und Konservierungsmittel verwendet. Sicherlich ist dies in den US-Rezepturen nicht der Fall. Sieht man sich aber beispielsweise europäische Produkte an, die eher auf Natürllichkeit setzen, so trifft man Essig häufiger als Würzmittel an.
    Hier liegt meines Achtens auch der entscheidende Unterschied. Beef Jerky ist mittlerweile stark kommerzialisiert. Eben auch deshalb wurde die Geschmacksrichtung für den Massenmarkt angepasst – oft leider mit sehr viel Zucker.
    Beim Biltong scheint mir diese Natürlichkeit noch stärker im Vordergrund zu stehen. Scheinbar lehnen sich auch neuere innovative Trockenfleischhersteller an Rezepturen an, die eher vom Biltong als vom Beef Jerky kommen. So kommt am Ende dann tatsächlich ein Produkt heraus, was eine Mischung aus Biltong und Jerky darstellt. Interessante Entwicklung wie ich finde.

    Vielen Dank für den guten Artikel!

    Gruß

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